Landesbericht Schleswig-Holstein

EFI-Landesnetzwerk Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein hat von 2003 bis 2006 am EFI-Bundesmodellprogramm teilgenommen. Das Programm „seniorTrainerin Landesnetzwerk Schleswig-Holstein“ ist die landesweite Fortsetzung des EFI-Bundesmodellprogramms. Die seniorTrainerinnen werden vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung (MSGWG) des Landes Schleswig-Holstein fachlich und finanziell gefördert. Ziel ist die kontinuierliche Weiterentwicklung des Landesnetzwerkes und die schrittweise Implementierung in weiteren Regionen, um möglichst viele gemeinnützige Projekte im Land zu realisieren.
Bis zum Jahr 2015 wurden über 200, aus dem Berufsleben ausgeschiedene Seniorinnen und Senioren zu seniorTrainerinnen fortgebildet. Aktuell gibt es 12 aktive SeniorTrainerkompetenzteams mit der unterstützenden Anbindung an die Anlaufstellen.
Die Anwerbung, Auswahl und Begleitung neuer seniorTrainerinnen erfolgt gemeinsam durch das regionale SeniorTrainerkompetenzteam und der Anlaufstelle. Es werden fortlaufend neue seniorTrainerinnen angeworben, in laufende Projekte mit eingebunden, in das SeniorTrainerkompetenzteam integriert und bei gemeinschaftlichem Interesse, in der akademie am see, Koppelsberg, qualifiziert.
Das Curriculum des Bundesmodellprogramms wurde von 3x3 Tage auf 2x3 Tage geändert. Feste Bestandteile der Qualifizierung sind eine vorgelagerte Hospitationsphase und eine eingebettete Praxisphase. Die seniorTrainerinnen werden durch das örtliche SeniorTrainerkompetenzteam und dessen Anlaufstelle begleitet und beraten.
Die EFI-Nachhaltigkeit in Schleswig-Holstein wird durch den Koordinierungsausschuss (KOA) und die Lenkungsgruppe gewährleistet. Im KOA sind je ein Vertreter der örtlichen SeniorTrainerkompetenzteams, der Bildungsträger, der geschäftsführende Projektträger für die Finanzabwicklung, die akademie am see, Koppelsberg und je ein hauptamtlicher Vertreter der örtlichen Anlaufstellen, sowie das MSGWG vertreten.
Um das Zusammenwirken im EFI-Landesnetzwerk flexibler und effektiver gestalten zu können, wurde im Herbst 2014 eine Lenkungsgruppe eingesetzt. Diese setzt sich zusammen aus dem Sprecher des Landesnetzwerkes, seinem Vertreter, Vertreter des Bildungs- und geschäftsführenden Projektträgers, der Sprecherin der Anlaufstellen, dem Vertreter des MSGWG und bis zu drei Sprechern der aktiven Arbeitsgruppen.
Derzeit liegen die Schwerpunkte der Arbeit des EFI-Landesnetzwerkes auf der Sicherung der Nachhaltigkeit der bestehenden EFI-Standorte, sowie der Gründung neuer EFI-Standorte, mit dem Ziel einer flächendeckenden Präsenz in Schleswig-Holstein.
Weiterführende Information: www.seniortrainer-sh.de

April 2015

Hans-Peter Pesch, seniorTrainer Rheinland-Pfalz

Das Land Rheinland-Pfalz war im Bundesmodellprogramm „Erfahrungswissen für Initiativen“ (2002 bis 2006) mit drei Standorten vertreten (Kaiserslautern, Trier, Ludwigshafen). In Anlehnung an das erfolgreiche Bundesmodellprogramm qualifiziert Rheinland-Pfalz seit 2006 in dem Projekt „seniorTrainerinnen und seniorTrainer in Rheinland-Pfalz“ weitere Ältere zu seniorTrainerinnen. Projekt- und Bildungsträger ist das Diakonische Werk der Pfalz.

Seit 2006 wurde die Anzahl der geförderten Anlaufstellen in Rheinland-Pfalz beständig ausgeweitet. Die Landesleitstelle "Älter werden in Rheinland-Pfalz“ im MINISTERIUM FÜR SOZIALES, ARBEIT,GESUNDHEIT UND DEMOGRAFIE wählt gemeinsam mit dem Projektträger, der Diakonie Pfalz, für jedes Jahr die neuen Anlaufstellen aus den Bewerbungen aus.

Seit Ende des Jahres 2014 gibt es rund 400 Menschen, davon zwei Drittel Frauen und ein Drittel Männer, die seit 2002 zu seniorTrainerinnen ausgebildet wurden. Dabei haben sie viele Projekte auf den Weg gebracht, wie z.B. die Nachbarschaftshilfe „Wittlicher Brücke“ , „Berufswahlpaten" in Kirchheimbolanden, die „Singpaten“ in Kaiserslautern, einen generationenübergreifenden Mittagstisch in Neustadt, ein Trauercafe in Hassloch, ökologische Exkursionen in Speyer und ganz neu der Arbeitskreis „Das begabte Kind" in Kirchheimbolanden, um nur einige zu nennen.

In 2014 und 2015 werden jeweils ca. 50 weitere seniorTrainerinnen in Zusammenarbeit mit lokalen Anlaufstellen wie Seniorenbüros, Ehrenamtsagenturen, Mehrgenerationenhäusern oder Vereinen, qualifiziert. Mit deren Unterstützung suchen sie sich ihr ehrenamtliches Engagement-Feld, in dem sie ihre Kompetenzen einbringen wollen. Gefördert wird das Projekt durch das Sozialministerium des Landes Rheinland-Pfalz.
Das EFI-Curriculum wurde durch den Bildungsträger seit 2007 kontinuierlich weiterentwickelt. Seit 2011 qualifiziert der Projekt- und Bildungsträger lokale Bildungsakteure nach dem Train-the-Trainer-Prinzip.

Die Ausbildung neuer seniorTrainerinnen ist aufgrund des Zwangs zur Mitteleinsparung ab 2013 dezentralisiert worden.
Es gehört zur Qualitätssicherung des Projektes, dass nur zertifizierte Weiterbildner und Weiterbildnerinnen seniorTrainerinnen qualifizieren können. Diese Qualifizierung wird zentral vom Bildungsträger durchgeführt.
Vertreter der Anlaufstellen treffen sich jährlich mit dem Bildungsträger zum Erfahrungsaustausch. Somit ist für Transparenz über die jeweiligen Erwartungen und Aufgaben gesorgt.
Das Bildungskonzept in Rheinland-Pfalz wurde auf der Grundlage des Rahmencurriculums aus dem Bundesprogramm „EFI – Erfahrungswissen für Initiativen“ (2002 - 2006) weiter entwickelt.
Den seniorTrainerinnen in Rheinland-Pfalz wird regelmäßig die Möglichkeit zur Weiterbildung angeboten. Sie wird an regionalen Standorten vom Bildungsträger organisiert.
Viele Kommunen und soziale Einrichtungen schätzen den Mehrwert „ihrer“ seniorTrainerinnen und möchten deren Engagement nicht mehr missen.
seniorTrainerinnen haben sich in Rheinland-Pfalz zu einer Marke entwickelt, sie sind wirkungsvoll und sorgen für ein positives Bild des Alterns. Sie spornen andere an, Gleiches zu tun.
Seit Juli 2013 ist das Diakonische Werk der Pfalz Projektträger im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz.
„Freiwilliges Engagement benötigt neben der Lust und dem Engagement der Menschen für diesen Dienst einen verlässlichen Rahmen, Unterstützung und verlässliche Ansprechpersonen. Gerne setzt sich das Diakonische Werk als neuer Träger dafür ein, dass die seniorTrainerinnen weiterhin als Impulsgeber für aktives Altern und ihr Engagement als ein Schlüssel für mehr Lebensqualität in Rheinland-Pfalz wahrgenommen werden.“ (Albrecht Bähr, Landespfarrer für Diakonie)
In Rheinland-Pfalz gibt es keine EFI Vereinsstruktur. Die Internetseite www.seniortrainer-rlp.de ist die Kommunikationsplattform. Es besteht die Möglichkeit Newsletter zu abonnieren..
Ansprechpartner in Rheinland-Pfalz
Peter Göckel
Abteilung Soziales und Demografie
Referat Grundsatzfragen des demografischen Wandels,
Landesleitstelle - Gut leben im Alter
Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz

Bauhofstraße 9
55116 Mainz
Telefon +49 6131 16-2013
Telefax +49 6131 1617-2013
peter.goeckel (at) msagd.rlp.de
www.msagd.rlp.de
Bildungsträger Diakonie der Pfalz
Heike Baier (Projektleitung)
seniorTrainerinnen Rheinland-Pfalz
Karmeliterstraße 20
67346 Speyer
Tel.: + 49 6232 664 159
Handy: + 0176 11 664 159
heike.baier (at) diakonie-pfalz.de

Elisabeth Portz-Schmitt (pädagogische Mitarbeiterin)
Schlosshof 2, 55444 Waldlaubersheim
Tel.: +49 6707 8210
projektbuero (at) imschlosshof.de

Daniela Luz (Projektassistenz)
Karmeliterstr. 20, 67346 Speyer
Tel.: +49 6232 664 203
daniela.luz (at) diakonie-pfalz.de

www.seniortrainer-rlp.de
www.diakonie-rlp.de

April 2015

Karsten Gebhardt, EfI-Bielefeld e.V.

Das Land Nordrhein-Westfalen war im Bundesmodellprogramm „Erfahrungswissen für Initiativen“ in den Jahren 2002 – 2006 mit sechs Standorten vertreten (Aachen, Düsseldorf, Köln, Arnsberg, Minden, Herford). In diesem Programmzeitraum wurden 164 Personen zu seniorTrainerInnen ausgebildet.
Zu den im Bundesmodellprogramm geförderten Kommunen sind im Rahmen der Landesförderung in NRW von 2007 bis 2012 achtzehn weitere Kommunen hinzugekommen. In der 1. Phase (2007 – 2009) wurden der Modelltransfer und die Vernetzung der seniorTrainerInnen mit der Qualifizierungsinitiative des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration unterstützt. Beteiligt waren die Städte Arnsberg, Bielefeld, Detmold, Düren, Düsseldorf, Hagen, Herford, Hilden, Köln, Minden, Mühlheim, Paderborn, Radevormwald, Schwerte und Wiehl. In diesem Programmzeitraum wurden insgesamt 363 Personen zu seniorTrainerInnen ausgebildet. Die Phase 2 (2010 – 2012) diente der Verstetigung und der weiteren Verbreitung und Vernetzung. Neu aufgenommen wurden die Kommunen Bergheim, Essen, Greven, Menden, Kreis Mettmann, Moers und Wuppertal. In diesem Zeitraum wurden ca. 420 Personen zu seniorTrainerInnen ausgebildet.

Mit dem Wegfall der Landesförderung wurde das Programm in den einzelnen Kommunen in Nordrhein-Westfalen sehr unterschiedlich fortgeführt, teilweise aber auch komplett beendet. Nach einer von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe und dem Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Nordrhein 2014 in Auftrag gegeben Studie wurde in einer Auswertungstagung im Februar 2015 festgestellt, dass noch insgesamt siebzehn Anlaufstellen in NRW aktiv sind, wobei das Leistungsangebot teilweise unterschiedlich ist. Träger der Anlaufstellen sind dabei sowohl Kommunen als auch Wohlfahrtsverbände und EfI-Selbstorganisationen. In dreizehn Anlaufstellen werden nach wie vor EfI-Qualifikationen angeboten, die sich im Wesentlichen an dem Standard aus den letzten beiden Phasen der beiden NRW-Förderperioden orientieren. Daraus lässt sich schließen, dass das EfI-Programm weiterhin eine große Attraktivität besitzt und zwar sowohl bei den Verantwortlichen für kommunale Ehrenamtsstrategien und –strukturen, als auch bei den Bürgerinnen und Bürgern bzw. den ausgebildeten seniorTrainerInnen. Insbesondere im Hinblick auf die Qualifizierung von Bürgerinnen und Bürgern für die Initiierung und Übernahme von bürgerschaftlichem Engagement haben sich keine neuen vergleichbaren Strukturen oder Formate entwickelt, selbst wenn es an einzelnen Stellen auch qualitative Weiterentwicklungen wie z.B. „EfI – Kultur“ oder „EfI – Wohnen“ gegeben hat. Bedarf besteht nach der oben erwähnten Untersuchung insbesondere an kontinuierlichen und nachhaltigen (und nicht länger nur projektförmigen) Unterstützungsstrukturen sowohl auf kommunaler als auch auf Landesebene.

Bisher ist es in NRW leider nicht gelungen, eine flächendeckende und in sich kohärente Struktur der Engagementförderung zu entwickeln. So wird die Vermittlung von Freiwilligen, Qualifizierung, Beratung von gemeinnützigen Organisationen, Themenanwaltschaft und Öffentlichkeitsarbeit für bürgerschaftliches Engagement von unterschiedlichen Einrichtungstypen mal mehr, mal weniger wahrgenommen. Und auch eine Verknüpfung mit anderen Strategien der Landesregierung, etwa im Zusammenhang mit der Förderung der Quartiersentwicklung, ist wenig ausgeprägt. Vor allem wird dem Aspekt der Qualifizierung der Bürgerinnen und Bürger für bürgerschaftliches Engagement zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Es bleibt abzuwarten, ob es gelingt, dies in Zukunft in NRW besser zu verankern.

Mai 2015